Elektrik-Checkliste

Ob man sich einen "neuen" Fiero kauft, oder eine längere Fahrt plant, ob man Fiero-Experte oder Neuling ist, man kann sich nie sicher sein, ob wirklich alles am Fiero funktioniert. Deshalb habe ich mal diese Checkliste zusammengestellt. Damit kann man praktisch alle elektrischen Funktionen am Fiero relativ schnell abchecken und feststellen, ob etwas defekt ist oder nicht richtig funktioniert. Die Liste deckt nicht alle Fälle oder alle elektrischen Probleme ab, aber es sollte den größten Teil abdecken. Wer glaubt, ich hätte was vergessen, bitte eine email an mich, und ich aktualisiere dann die Liste. Für diese Checkliste braucht man keine Werkzeuge, nur einen Satz Augen (wobei da sogar eines reicht), und die Hände. Ein Helfer ist buchstäblich hilfreich, aber nicht unbedingt nötig.

Diese Liste überprüft alle (!) Glühbirnen, Schalter und viele andere Komponenten. Sie prüft nicht alles, aber man kann damit viele Probleme erkennen, die sonst erst erkannt werden, wenn man den Wagen schon gekauft hat.

Die Checkliste

  • Zündschlüssel nicht im Zündschloß, die Parkleuchten einschalten. Die vorderen Parkleuchten, die roten hinteren Seitenleuchten (falls eingetragen), und die hinteren Parkleuchten sollten an gehen.
  • Die Armaturenbrettbeleuchtung sollte an sein und mit dem Rad unter dem Lichtschalter dimmbar sein. Alle Instrumente sind beleuchtet, und wenn das Rad aufgedreht wird, bis es einrastet, sollte die Decken- und Fußbodenbeleuchtung angehen. Bei GM-Radios wird auch da die Beleuchtung gedimmt, und die Klima- bzw. Heizungskonsole ist auch beleuchtet, ebenso wie die Extrainstrumente über der Lüftung (falls vorhanden), der Zigarettenanzündstecker (Anzünder herausziehen), die Aschenbecher und der Wahlhebel für das Automatikgetriebe.
  • Die Haube (vorn) öffnen, und prüfen, ob die Beleuchtung in Höhe des Beifahrers funktioniert (nicht in allen Fieros vorhanden).
  • Parkleuchte wieder abschalten.
  • Zentralverriegelungsschalter (schließen und öffnen) auf Fahrer- und Beifahrerseite betätigen. Die Hebel sollten ganz an beide Anschläge gehen.
  • Zündschlüssel einstecken, und eindrücken und im Gegenuhrzeigersinn auf die "ACC" Position drehen. Das Radio sollte funktionieren (bei nicht GM-Radios je nach Verdrahtung möglicherweise nicht).
  • Schlüssel wieder auf "aus" drehen, aber eingesteckt lassen. Die Tür öffnen. Die Warnglocke sollte läuten, und aufhören, wenn man den Zündschlüssel abzieht oder die Tür schließt.
  • Die Tür wieder schließen, und die Handbremse lösen (dabei auf die Bremse treten, damit der Wagen nicht rollt). Zündung auf "RUN" stellen. Das Sicherheitsgurt-Licht sollte angehen, und die Glocke wieder (langsam) klingeln, und nach ein paar Sekunden, oder wenn man sich angurtet, aufhören. Außerdem sollte die Benzinpumpe für ein paar Sekunden anspringen, wenn man die Zündung nach längerer Zeit zum ersten Mal wieder einschaltet.
  • Handbremse ziehen: die Warnleuchte geht an, und man hört wieder die Glocke.
  • Automatikgetriebe auf "P", bzw. Handbremse gezogen bei Schaltgetriebe. Kofferraumauslösung drücken. Der Kofferraum sollte entriegeln. Gleichzeitig sollte das AJAR-Licht angehen.
  • Aussteigen, und prüfen, ob die Kofferraumbeleuchtung (falls vorhanden) funktioniert. Kofferraum schließen.
  • Heizbare Heckscheibe (falls vorhanden) einschalten. Man sollte ein Relais klicken hören, und die Lampe im Schalter geht an. Schaltet man den Schalter auf aus, geht das Licht wieder aus.
  • Beide Fensterheber einzeln ganz runter und wieder herauffahren.
  • Fahrertür öffnen: die Beleuchtung geht wieder an, genau wie die AJAR-Lampe. Fahrertür schließen und für die Beifahrertür wiederholen. Haube vorn entriegeln (Hebel links unter Armaturenbrett). Die AJAR-Lampe sollte wieder angehen. Haube schließen.
  • Warnblinkerknopf (rechts an der Lenksäule) drücken. Die beiden grünen Blinkanzeigen sollten blinken. Prüfen, daß die Blinker vorne, vorne seitlich und hinten alle funktionieren. Knopf wieder herausziehen. Das Blinken hört auf. Links blinken, dann rechts blinken. Diesmal reicht ein Check der Lampen im Armaturenbrett.
  • Ist ein Voltmeter im Armaturenbrett, sollte die Spannung 9-12V betragen, und die Batteriewarnleuchte sollte an sein (außer im 1984er, der hat keine). Die Öldruckanzeige (falls vorhanden) muß 0 zeigen.
  • Die "Service Engine Soon/Check Engine" Lampe muß an sein, wenn der Motor steht, ebenso wie die Öldruckwarnlampe (falls vorhanden).
  • Motor starten. Während des Startens sollte die Temperaturanzeige auf "heiß" springen und wieder zurückgehen, wenn man den Zündschlüssel loslässt.
  • Die Batteriespannung muß auf 13-15V steigen (evtl. kurz im Stand Gas geben). Öldruckwarnlampe, Batteriewarnlampe und Motorwarnlampe sollten ausgehen. Der Öldruck sollte bei 40-60 PSI liegen (nicht kritisch), aber nicht bei Vollausschlag oder Null.
  • Scheinwerfer einschalten. Beide sollten gleichzeitig und gleichmäßig hochfahren. Prüfen, ob die Lampen funktionieren.
  • Fernlicht einschalten. Die Fernlichtanzeige (linke Warnlampengruppe, 2. von unten) sollte leuchten (relativ dunkel). Das Fernlicht sollte natürlich auch funktionieren.
  • Scheinwerfer abschalten. Beide Scheinwerfer sollten wieder gleichmäßig und ohne zu hängen schließen. Horchen, ob ein Motor weiterläuft, dann ist wahrscheinlich ein Endschalter hin.
  • Kurz hupen.
  • Die Schalter an der Dachbeleuchtung betätigen. Jeder Schalter sollte die Lampe für seine Seite betätigen.
  • Auf die Bremse treten. Prüfen, ob alle Bremslichter arbeiten (auch das 3. Bremslicht, falls vorhanden).
  • Rückwärtsgang einlegen. Prüfen, ob die Rückfahrscheinwerfer funktionieren. Rückwärtsgang herausnehmen.
  • Scheibenwaschanlagen einschalten. Beide Düsen sollten auf die Windschutzscheibe sprühen. Die Scheibenwischer müssen beide gehen und wieder in Ruhestellung zurückkehren. In "Mist" wird einmal gewischt. Normal und Schnell prüfen. Intervallschaltung (falls vorhanden) ausprobieren. Scheibenwischer wieder abschalten.
  • Klimaanlage auf "NORM" stellen (falls vorhanden). Man hört ein "Klick" und die Drehzahl sinkt. Der Ventilator (vorne) sollte anspringen (dazu Haube wieder öffnen). 85-87 V6: Kofferraum auch öffnen, und prüfen, ob aus den silbernen Röhren, die auf den Motor zielen, Luft kommt.
  • Innenlüfter auf alle Stufen schalten und prüfen.
  • Jetzt kommt die Probefahrt. Tacho und Drehzahlmesser müssen funktionieren. Kilometerstand notieren. Kurzstreckenzähler durch zweimaliges Drücken zurückstellen.
  • Probefahrt beginnen. Beschleunigen, ohne zu Schalten (Schaltgetriebe). Die Shift Up Lampe sollte angehen (84-86 und einige 87er Modelle). Jetzt normal schalten. Motor warmfahren. Die Temperaturanzeige sollte langsam steigen und bei einem Viertel der Skala stehenbleiben.
  • Tempomat auf "on" schalten, und bei ca. Tempo 80 den "Set" Knopf für ein paar Sekunden drücken. Der Wagen muß das Tempo halten. Der "Set" Knopf drücken, und der Wagen wird langsamer. Der Schalter auf "Acc" antippen, und der Wagen beschleunigt in 1mph Schritten. Den Set Knopf antippen, und der Wagen wird in 1mph Schritten langsamer. Bremse treten, und der Tempomat schaltet ab. Tempomat mit "Set"-Taste wieder einschalten. Kupplung treten, Tempomat schaltet wieder ab.
  • Automatikgetriebe: Anhalten. Moderat beschleunigen, und die 1-2 und 2-3 Schaltpunkte fühlen. Zwischen 50mph und 60mph fühlt man etwas, das sich wie ein 4. Gang anfühlt (nur, wenn das Getriebe warmgefahren ist!): Das ist das TCC-Relais. Ca. 15 Minuten fahren, und dann anhalten: der Motor darf nicht abgewürgt werden.
  • Wenn man über eine Bodenwelle fährt, dürfen die Scheibenwischer nicht von alleine anspringen.
  • Motor abstellen. Kilometerzähler und Kurzstreckenzähler mit den Aufzeichnungen vergleichen. Die Benzinpumpe darf noch ein paar Sekunden nachlaufen, aber nicht allzu lange, sonst ist der Öldruckgeber wahrscheinlich hin.
  • Zigarettenanzünder eindrücken und warten, ob er rauskommt, wenn er heiß ist.

Das war's so ziemlich! Wenn die "Service Engine Soon/Check Engine" lampe funktioniert und ausgeht, hat das Steuergerät alle Sensoren überprüft, und die Testfahrt sollte alle Probleme gezeigt haben, indem bei Fehlern die Lampe angeht. Wer sicher sein will, bringt einen TX-15 Schraubendreher mit, montiert die Abdeckung am Zigarettenanzünder ab, brückt die A & B Anschlüsse am Diagnosestecker und liest die Fehlercodes aus. Außer Code 12 sollten keine Codes gespeichert sein.

Ein weiteres Problem das man mit der Liste nicht finden kann ist die Funktion bzw. Genauigkeit der Tankanzeige. Da hilft nur volltanken und leerfahren.

Wie schon gesagt, wenn ich was vergessen habe, bitte eine kurze email an mich, und ich ergänze die Liste dann.