Wegfahrsperre

Die übrigen Features vom BCM sind mehr oder weniger optional. Wer die Diagnoselampe (die eigentlich im Firebird mit "Security" beschriftet ist) nicht immer leuchten sehen möchte (und wer will das schon), der muss den korrekten Widerstand der PASSKEY-II-Wegfahrsperre an den Anschlüssen D7/C2 des blauen Steckers anschliessen. Dieser Widerstand ist einer von 15 möglichen Werten, die bei neueren GM-Fahrzeugen im Zündschlüssel eingebaut sind. Wer mag, kann natürlich auch das passende Zündschloss dazu einbauen - dazu gehört dann allerdings auch das passende "Lock housing", und da der Fiero keinen Airbag hat, braucht man da das Lock-housing vom 89er Camaro.

Wer sich diese Option offen halten möchte, führt zwei Kabel (weiß und lila) bis zur Lenksäule, und montiert den Widerstand dort, dann kann man später immer noch einmal einen Stecker anbringen und das Zündschloss nachrüsten. Wichtig ist jedoch der korrekte Widerstandswert, und wenn man das Teil von eBay oder dem Schrottplatz bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man den Wert nicht kennt, und alle 15 Werte ausprobieren muss, bis die Lampe erlöscht.

Achtung: wenn das BCM einen falschen Wert erkannt hat, muss man ca. 4 Minuten warten, bevor man den nächsten Versuch unternehmen kann! Das soll natürlich einen richtigen Dieb abschrecken, der keine Lust hat, im Mittel 30 Minuten zu brauchen, bis er den richtigen Wert gefunden hat.

Man kann natürlich auch die Wegfahrsperre komplett installieren, d.h. inkl. Relais, das den Anlasserstrom unterbricht, aber das setzt natürlich das passende Zündschloss mit Schlüssel voraus, sonst ist das witzlos. Das Relais mit passender Belastbarkeit wird dann z.B. in Reihe mit dem Kupplungs-Anlasserschalter verkabelt. Der eine Anschluss der Relaisspule (Masse) kommt vom BCM Pin C11, die Versorgungsspannung kommt vom Zündschalter.

Interessant ist der "Fuel Enable Output", Anschluß D8 des BCM. Dieses Signal brauchen neuere Motorsteuergeräte, damit sie funktionieren. Das BCM erzeugt hier ein Rechtecksignal, wenn der korrekte Widerstandwert gelesen wurde. Ältere Motorsteuergeräte brauchen allerdings u.U. eine andere Frequenz als dieses BCM liefert. Wer einen Standard-Fieromotor hat, kann diesen Anschluss ignorieren.

Alarmanlage

Viel interessanter als das Passkey-System ist vielleicht die optionale Alarmanlage, die das BCM bietet. Wie erkennt das BCM, dass das Fahrzeug mit einer Alarmanlage ausgerüstet ist? Ganz einfach: das BCM prüft, ob eine Warn-LED angeschlossen ist! Ist das der Fall, wird ein Pseudofehler 25/35 eingetragen, und die Alarmanlagenfunktionen aktiviert. Sogar wenn die LED nicht mehr angeschlossen ist, ist ein "History-Code" 35 eingetragen und die Alarmanlagenfunktionen bleiben erhalten. Zumindest, bis man seine Fehlercodes löscht! Wenn man das macht, wird der Code 35 auch gelöscht, und das BCM denkt dann, der Wagen hat keine Alarmanlage. Lustig, oder?

Wie dem auch sei, eine LED kostet fast nichts, daher bietet sich an, eine rote LED mit der Anote an C16 anzuschliessen, und die Kathode nach Masse. Kein Vorwiderstand, der ist im BCM! Ein schöner Montageort für die LED ist der Defrost-Grill. Mit einer 5mm LED und einem Montageclip kann man sie da prima unterbringen (siehe Bild). Die LED blinkt, wenn die Alarmanlage aktiviert ist und schreckt so Diebe ab. Ist das System scharf, und eine Tür wird geöffnet, geht die Alarmanlage los, und die LED zeigt nach dem Entschärfen auch an, ob in Abwesenheit ein Alarm ausgelöst wurde oder nicht (siehe Firebird-Handbuch).

Wenn einen die Alarmanlage später nervt, kann man sie durch "Vehicle personalisation" auch deaktivieren. Aber ein schönes Feature ist es allemal.

Shock sensor

Eine weitere, sehr schöne Möglichkeit, die das BCM bietet, ist der optionale "Shock Sensor". Der erkennt, wenn das Fahrzeug angefahren wurde, oder jemand versucht, das Fahrzeug abzuschleppen. Dazu erkennt es zwei verschiedene Stossstärken, und das BCM hat an Anschlüssen D2/D14 die passenden Eingänge dafür: Tamper = leichter Stoss = 1x Warnhupen, Shock = schwerer Stoss = Alarm. Man kann auch nur einen der beiden Eingänge nutzen, oder sogar z.B. dort einen Ultraschall-Innenraumsensor o.ä. anschliessen. Die Eingänge des BCM müssen im Alarmfall nach Masse geschaltet werden.

Wenn man sich den Firebird/Camaro Shock-Sensor einbauen möchte, ist die richtige Teilenummer sehr wichtig, weil frühe Versionen dieses Teils zu Fehlalarmen neigten. Die Nachbarn werden es danken. Die Teilenummer für die 3. Generation des Sensors ist 10440241, 10444928 Funktioniert auch. In jedem Fall sollte man die Finger von der Teilenummer 10430551 lassen, das ist die 2. Generation, und die ist fehlerhaft! Die Teilenummer für den passenden Steckern ist 12064760, die Zugentlastungen dazu braucht man 2 Mal (15324070).

Am Besten bringt man das Modul unter der Fronthaube unter, z.B. auf dem Radlauf (siehe Bild). Am Firebird wurde das Teil mit doppelseitigem Klebeband montiert (und fiel auch häufiger mal ab).

Aber wie bekommen wir die Kabel dorthin? Nun, wenn man sich den Firewall-Stecker C100 anschaut, sieht man, dass dort einige Anschlüssen nicht verwendet werden. Man kann hier die passenden Steckkontakte einsetzen, und bekommt damit eine werksmäßige Installation. An den Stecker kommt man leichter, als man denkt: der Stecker wird von einer 1/4"-Schraube zusammengehalten, dann kann man den Stecker in zwei Hälften zerlegen, die obere geht nach rechts zur Klimaanlage, den brauchen wir nicht. An dem Unteren muss unbedingt die Zugentlastung entfernt werden! Wenn man den Teer von den Stirnseiten des Steckers abwischt (Bremsenreiniger!), sieht man sie, sie sieht wie ein weißer Streifen aus. Mit einem ganz kleinen Schraubenzieher kann man sie heraushebeln. Der Teer macht das etwas schwierig, aber es geht. Dann reinigt man die drei freien Löcher mit etwas Bremsenreiniger, und verwendet Metripack Terminals (280/450/630) mit Kabeln der richtigen Farbe. Ich habe BCM Anschluss D14 über C100/H7 (grün) geführt, und BCM Anschluss D2 (hellblau) über C100/F7 (den nur der 4-Zylinder mit zweistufigem Kühlerventilator verwendet).

Jetzt fehlen nur noch eine Masse und Dauerplus für den Sensor. Masse ist einfach: G101 ist links am Kotflügel. Dauerplus ist schwieriger. G6 und G8 haben zwar Dauerplus, sind aber nicht abgesichert (nur "Fusible Link"). F8 ist zwar abgesichert, aber hat kein Dauerplus. Glücklicherweise ist C100/G7 auch unbenutzt, ausser bei 88ern mit Elektrohydraulischer Servolenkung ab Werk. Mit einem orangen Kabel in C100/G7, und unter dem Armaturenbrett an unseren neuen S303 (wir erinnern uns?), und die Sache ist erledigt. Jetzt kann man die Zugentlastung schon wieder einsteckern und etwas Teer darüber schmieren. Die vier Kabel jetzt im Wellrohr verlegen und an passender Stelle herausführen und ablängen. An die Kabel Metripack 150 Anschlüsse crimpen und in das passende Steckergehäuse einsetzen. Das war's dann schon unter der Haube, weiter geht's hinter dem Bremspedal.

Wenn man mit einer Taschenlampe hinter das Bremspedal leuchtet, sieht man die andere Hälfte von C100. Er ist mit laaangen 7mm Schrauben befestigt. Sobald die Schrauben raus sind, kann man den C100 herausziehen und recht bequem am Boden arbeiten. Auch hier muss wieder die Zugentlastung entfernt werden, aber hier ist wenigstens kein oder nur wenig Teer vorhanden.

Die drei Kabel mit den passenden Metripack-Männchen einsetzen, ans BCM und S303 anschliessen, und alles wieder zusammenbauen.