Installation und Inbetriebnahme

image of module in position Die kleine Platine wird direkt hinter der Armlehne installiert, da dieser Platz einerseits dicht am Fensterhebermotor liegt und andererseits gut zugänglich ist. Ich habe für jede Seite ein eigenes (identisches) Modul gewählt, weil ein zentrales Modul nur wenige Bauteile gespart hätte. Der einzige sinnvolle Platz für ein zentrales Modul wäre die Konsole unter dem Radio gewesen, aber dort etwas an der Verdrahtung zu ändern wäre relativ aufwändig gewesen. Auf der Rückseite der Platine ist eine dicke Isolierfolie befestigt, die dafür sorgt, daß die Leiterbahnseite nicht das Türblech durchscheuert und die Kurzschlüsse verhindert.

Eines der Designziele war ein minimaler Eingriff in die Verkabelung. Ich wollte die Möglichkeit erhalten, den Ausgangszustand einfach wieder herstellen zu können. Daher wird an jedem Fensterheberschalter nur ein einiges Kabel durchtrennt, sowie die beiden Kabel am Stecker des Fensterhebermotors. Die (nun offenen) Kabelenden an den Schaltern, die zu den Motoren gehen, werden mit Batteriespannung verbunden, das andere Ende, das zum Schalter geht, bleibt offen. Damit kann diese Modifikation leicht rückgängig gemacht werden.

Achtung: Die Schaltpläne in den Werkstatthandbüchern sind nicht ganz korrekt! Sie zeigen Schalter, die im Ruhezustand mit Masse verbunden sind. So funktioniert der Schalter aber nicht! In Wirklichkeit sind beide Kontakte im Ruhezustand offen, und erst wenn der Schalter gedrückt wird, wird die eine Seite mit Masse und die andere Seite mit Batteriespannung verbunden.

Einbau: Schritt für Schritt

Als allererstes bitte den Power Window Sicherungsautomaten abziehen, damit bei der Installation keine Kurzschlussprobleme auftreten. Da die Fensterheber an der Zündung hängen, reicht es auch aus, die Zündung abzuschalten. Am Besten ist es natürlich, die Batterie abzuklemmen. Da aber während der Installation ein paar Mal Batteriespannung benötigt wird, muss man sie dann jedes Mal an- und wieder abklemmen.

Änderungen an der Mittelkonsole

modifications at switch Los geht's an der Mittelkonsole. Die 4 Schrauben unter den Aschenbechern entfernen. Bei Schaltgetriebewagen den Schaltknauf abschrauben, beim Automatik den clip mit einem Schraubenzieher heraushebeln und den Knauf nach oben abziehen. Details stehen im Zweifelsfall im Helms-Handbuch.

Dann die 3 7mm Schrauben an der Montageplatte der Fensterheberschalter entfernen. Jetzt läßt sich die Platte anheben, und die Stecker vorsichtig von den Fensterheberschaltern abziehen. Normalerweise muss jetzt das dunkelblaue (für die linke Seite) bzw. das blau/weisse Kabel (für die rechte Seite) durchtrennt werden (siehe Bild). Bitte überprüfen, daß das richtige Kabel getrennt wird! Unter Umständen unterscheiden sich die Kabelfarben in manchen Baujahren! Das zu trennende Kabel sollte 12V führen, denn der Schalter in die "UP"-Position gedrückt wird. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Zündung eingeschaltet ist! Dann die Zündung wieder abschalten und das Kabelbaumende des Kabels mit dem pinken Kabel verbinden. Das offene Ende am Schalter gut isolieren, oder gleich aus dem Stecker entfernen. Dieses Ende darf keine Kurzschlüsse verursachen.

Das war's schon an der Mittelkonsole! Jetzt kann alles vorsichtig wieder zusammen gebaut werden, aber Achtung: die 7mm Schrauben nicht zu fest anziehen, sonst kann der im Laufe der Jahre spröde gewordene Kunststoff der Konsolenträgers reißen, vor allem, wenn es kalt ist!

Einbau in der Tür

Jetzt geht's ans Eingemachte. Die Türverkleidung muß demontiert werden. Dazu das Fiero Emblem am inneren Türgriff sowie die runde Abdeckung am Türgriff entfernen. Vorsicht mit dem Fiero-Emblem, es könnte brechen. Dann den Verriegelungshebel abziehen und die schwarze Abdeckung um den Türgriff entfernen. Der Stecker an den ZV-Schaltern muss man nicht abziehen, einfach hängen lassen.

Weiter geht's mit der Abdeckung in der Armlehne, und dann den drei Kreuzschrauben, mit denen die Armlehne befestigt ist. Jetzt kommt der schwierige Teil: die Türpappe ist mit Plastik-Retainern an der Tür befestigt. Dazu gibt es ein spezielles Werkzeug, um weder das Türblech zu zerkratzen (Rost!), noch die Türpappe auszureissen. Beides wäre weniger schön. Ist die Abdeckung ab, ist das schlimmste überstanden. Falls die Tür noch mit Teerpapier beklebt ist, dieses im vorderen, unteren Bereich vorsichtig entfernen (siehe Bilder). Jetzt sieht man den Kabelbaum, wie er aus dem Scharnierbereich nach hinten verläuft. Die beiden dicken Kabel (dunkelblau und hellbraun) gehen an den Fensterhebermotor.

Das dunkelblaue Kabel führt jetzt 12V, wenn die Zündung eingeschaltet ist, weil wir das ja so an den Fensterheberschaltern umverdrahtet haben. Das andere Kabel ist das Steuersignal (hellbraun), das normalerweise offen ist, und je nachdem, ob das Fenster hoch oder runterfahren soll nach Masse oder Batteriespannung geschaltet wird. Führt diese Leitung Massepotential, schließt das Fenster. Der Grund liegt darin, dass es wahrscheinlicher ist, dass ein Kurzschluss nach Masse als nach Plus entsteht, wenn die Isolation irgendwo durchscheuert. Und dann soll das Fenster lieber schließen als öffnen.

Einbau des neuen Kabelbaums

splices at the door Der Stecker wird jetzt am Fensterhebermotor abgezogen (Verriegelung beachten!), und dann die beiden Kabel nahe am Stecker durchtrennt (siehe Bild). Das dunkelblaue Kabel, das aus dem Türfalz kommt führt 12V bei Zündung, und wird mit dem roten Kabel mittels Stoßverbinder verbunden. Das hellbraune Kabel wird mittels Stoßverbinder mit dem gelben Steuereingangskabel des Moduls verbunden. image of connector

Die beiden braunen/blauen Kabel vom Fensterhebermodul gehen an den Stecker zum Fensterhebermotor. Da die Kabelfarben nicht bei allen Fieros einheitlich sind, kann es notwendig sein, die Anschlüssen am Motor zu vertauschen, wenn der Motor in die falsche Richtung fährt!

Jetzt noch sicher stellen, dass der neue Kabelbaum keinen beweglichen Teilen in die Quere kommt, vor allem dem Türverriegelungsgestänge.

Als letztesground connection brauchen wir noch eine gute Masseverbindung für das schwarze Kabel mit der Öse. Ich habe das im Bild gezeigte Halteblech verwendet, aber eine Blechschraube direkt in die Tür geht natürlich auch. Man kann auch das Massekabel durch den Türfalz verlängern und unter dem Armaturenbrett mit Masse verbinden. Egal welche Masse verwendet wird, sie sollte so niederohmig wie möglich sein. Der Kabelbaum wird jetzt mit Isolierband umwickelt und z.B. mit einem Kabelbinder an der Tür befestigt. Das Isolierband versteift den Kabelbaum, und sorgt dafür, dass er nicht durchhängt.

Wer die Kabel verlängert, sollte mindestens 1.5mm Querschnitt verwenden.

Jetzt noch einmal alles sorgfältig überprüfen:

  • Am Stecker vom Fensterhebermodul liegt zwischen schwarz und rot 12V, wenn die Zündung eingeschaltet ist, und keine Spannung, wenn die Zündung ausgeschaltet ist.
  • Zwischen dem Eingangssignal (gelb) und Masse (schwarz) ein Testlämpchen anschließen: die Lampe muss aus sein.
  • Die Lampe geht an, wenn der Schalter auf "down" gedrückt wird.
  • Die Testlampe zwischen gelb und rot verbinden: Die Lampe muß aus sein.
  • Wird der Schalter "up" betätigt, geht die Lampe an.

Jetzt kann das Modul angeschlossen werden. Vor dem Anschließen des Moduls unbedingt die Zündung ausschalten.

Einstellung

Das Modul mißt während der Motor fährt den verbrauchten Strom, um bei einem Anstieg am Ende des Verfahrweges den Motor abzuschalten.

Daher sollte das Modul auf einen geeigneten Schwellstrom eingestellt werden, denn der Motorstrom hängt von vielen Faktoren ab wie Alter, mechanische Reibungswiderstände, Temperatur, Bordspannung, etc. Die Module sind auf einen Strom von ca. 9-10 Ampere voreingestellt, was bei den meisten Fieros eine korrekte Einstellung ist. Ist die Mechanik besonders schwergängig, kann es vorkommen, daß ein Fenster nicht komplett schließt und/oder öffnet, z.B. wenn es kalt ist.

In diesem Fall kann mit einem kleinen Schraubendreher die Ansprechschwelle vorsichtig am Poti auf der Platine justiert werden. Vorher sollte jedoch die Fensterhebermechanik so gut wie möglich gereinigt und leichtgängig gemacht worden sein, was den Großteil solcher Probleme beheben sollte.

Test der Installation & Fehlersuche

Jetzt ist der große Moment gekommen, wir schalten die Zündung ein. Das Relais sollte klicken. Die LED  sollte aus sein. Falls die LED an ist, sofort Zündung ausschalten und Fehlercodes auslesen.

Den Schalter kurz (!) nach unten tippen, die Scheibe sollte bis nach unten fahren. Bei laufender Scheibe den Schalter erneut kurz antippen. Die Scheibe sollte sofort anhalten. Jetzt kurz "Up" antippen, und die Scheibe sollte ganz zu fahren. Jetzt den Schalter in eine Richtung drücken und gedrückt halten. Die Scheibe sollte sich bewegen, solange der Schalter gedrückt wird, und stoppen, wenn der Schalter losgelassen wird. Das Gleiche in der anderen Richtung testen.

Fährt der Motor in die falsche Richtung, müssen die Anschlüsse am Motor getauscht werden. Jetzt überprüfen, ob die Endabschaltung korrekt funktioniert. Den Schalter kurz in eine Richtung antippen, damit er automatisch an den Endanschlag fährt. Ist das Ende erreicht, sollte das Relais nach ca. einer halben Sekunde abschalten. Die andere Richtung auch überprüfen. Schaltet der Motor zu schnell ab, den Abschaltstrom am Poti höher einstellen.

Eine häufige Ursache für Probleme ist eine schlechte Masseverbindung, daher vom Stecker den Massewiderstand zu einem guten Massepunkt überprüfen. Er sollte deutlich unter 1 Ohm liegen. Ein weiterer Problembereich ist die Verkabelung. Alle Verbindungen noch ein zweites Mal überprüfen. Den Stecker am Modul abziehen und anschauen. Das blaue Motorkabel mit 12 Volt (rot) und das braune Kabel mit Masse (schwarz) verbinden. Der Fensterhebermotor sollte an gehen und die Scheibe sollte sich bewegen. Die Spannung auch in Gegenrichtung anlegen, um zu schauen, ob beide Richtungen funktionieren. Bewegt sich der Motor langsamer als vor der Umrüstung, liegt irgendwo ein hoher Übergangswiderstand vor. Wenn sich der Motor aber bewegt, zeigt das schon mal, dass Motorleitungen und Stromversorgung korrekt verkabelt sind. Die gelbe Steuerleitung mit einer Testlampe nach Masse und dann nach 12V prüfen. Die Lampe darf nur bei betätigtem Schalter leuchten.

Wenn alles zufriedenstellend funktioniert, kann man die Tür wieder zusammenbauen, und das wars schon! Der Einbau dauert weniger als eine Stunde, und man braucht kein Spezialwerkzeug.